Publikationen
Jana Kubatzki
Paradies auf Knopfdruck
Die neptunischen Süchte und ihr verborgener Schatz
Neptun ist der Planet der Stunde. Sein Eintritt in den Widder am 26.1.2026 markiert eine Besonderheit: Nicht nur passiert dies nur alle 164 Jahre, sondern es wird auch ergänzt und verstärkt durch die Konjunktion mit Saturn, dem Gegenspieler von Neptun. Die Konjunktion dieser beiden Planeten auf 0 Grad Widder ist das kosmische Ereignis des Jahres 2026.
Als Herrscher der Fische mag es Neptun nicht, allzu genau betrachtet zu werden. Weder im astronomischen Sinne als Planet, noch astrologisch in unserem Horoskop. Er entzieht sich immer wieder, erscheint unverständlich und nicht greifbar. Im Traum ist das Neptunische realer.
Neptun ist jetzt sichtbar im Widder angekommen und wir werden ein Stück weit gezwungen, uns mit unseren neptunischen Themen auseinanderzusetzen. Schmerzhaft entblättern wir unser Innerstes. Denn Neptun ist unser Verlangen nach Ewigkeit und Liebe, nach Weite und Frieden. Das Neptunische ist immer auf einer Fantasieebene angelegt, es geht nicht darum, ihn real und materiell werden zu lassen. Neptun ist das nicht-Materialisierbare. Der Gegenentwurf zur fixen Materie, zur Struktur und zur Geradlinigkeit.
Es ist ein Sehnsuchtsort und wir brauchen ihn, um innerlich friedlich zu sein, um uns geborgen zu fühlen im Großen Ganzen. Neptuns feine Schwingungen rufen leise, aber sie rufen uns immer.
Wer nicht im Glauben, in der Spiritualität oder in der menschlichen Wärme und Empathie seinen rechten Hafen zu finden vermag, sucht auf anderen Wegen. Suchen und Sucht haben nicht ohne Grund den gleichen Wortstamm. Die Sucht ist eine Spielart der neptunischen Suche nach innerem Frieden und Geborgenheit, nach dem Fließen und der All-Liebe. Unter diesem Blickwinkel ergeben Süchte aller Art einen neuen Sinn.
Das Paradies kann per Knopfdruck, per Drink, per Droge in uns aktiviert werden, aber: Das ist nicht echt, das ist Fake und es wird uns teuer verkauft. Wir landen in Sucht-Spiralen, die uns immer tiefer ziehen. Sprechen wir nicht über die Sucht – und das tun wir gemeinhin nicht, da Süchte tabuisiert sind – dann gibt es kaum einen Ausweg.
Menschen bleiben in ihren Süchten stecken, wie in einem Labyrinth.
Dabei ist der Ausweg zunächst einmal zu erkennen, dass es sich um eine veritable Sucht handelt. Und woher sie kommt, was sie konkret zu kompensieren sucht.
Hier können wir Neptun nehmen: In der astrologischen Analyse zeigt er uns mit seiner Position im Horoskop (Haus und Zeichen) und seinen Aspekten, wohin unsere individuelle Sehnsucht führt. Das Fische-Haus zeigt dann an, in welchem Lebensbereich diese Sehnsucht zu Irrtümern, Chaos und Orientierungslosigkeit führen kann.
Die Erkenntnis und die Annahme der Realität (die Sucht selbst) sind der Beginn vom Ausstieg aus dem Labyrinth. Alle Süchte spielen nach den gleichen Regeln: Sie gaukeln uns das Paradies vor, sie entführen uns wie Leuchtkäfer in den dunklen Wald, sie füttern uns an und machen nie satt. Doch jede Sucht hat ihren individuellen Anfang und ihre ganz eigene leise Sehnsucht. Finden wir diese Sehnsucht, nutzen wir Neptun im Horoskop dazu, dann können wir aus der Sucht und Fluchttendenzen in uns einen viel mächtigeren Schatz bergen: Echte Empathie, feinste Empfindungen und spirituelle Gaben.
Jana Kubatzki

